Humor im Arbeitsalltag

21.08.2018

Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Lukas Letsch schreibt, warum es wichtig ist, seinen Humor im Arbeitsalltag zu pflegen.

Humor – eine Charaktereigenschaft, die meist in Verbindung mit lachenden Gesichtern und Heiterkeit gebracht wird. Jeder hat ihn – der eine mehr, der andere weniger – und die meisten Menschen sind stolz, wenn sie als humorvoll bezeichnet werden.

Umso erstaunlicher ist es da, dass der berufstätige Durchschnittserwachsene nur 17 – 18 Mal pro Tag lacht. Ernsthaftigkeit, Verbissenheit und Frustration prägen den Arbeitsalltag vieler Erwachsener, während Freude, Spaß und Lachen maximal Randerscheinungen sind. Wo verlieren wir im Laufe des Erwachsen-Werdens die Unbeschwertheit, die Lockerheit und die Heiterkeit, die nur Kinder haben?

Als Kinder lachten wir tatsächlich mehr als 100 Mal pro Tag. Klar, da mussten wir uns auch noch nicht mit den Sorgen des Alltags herumschlagen und kannten das Leben längst noch nicht in all seinen Facetten. Aber ist unsere Erwachsenen-Gram wirklich so groß, dass sie unsere Lachquote von 100 auf 17 schrumpfen lässt?

Eine andere Erklärung für ausbleibende Lacher könnte sein, dass unser Umgang mit dem eigenen Humor einfach sehr unbewusst geschieht. Humor wird nicht aktiv gelebt, sondern passiert so nebenbei. Kritisches Denken, Zukunftssorgen, Selbstzweifel und Ähnliches sind Themen, die einen jeden von uns regelmäßig beschäftigen, während positive Dinge, wie auch Humor, nur beiläufig, wenn überhaupt, ihren Weg in unsere aktiven Gedanken finden. Dazu kommt, dass viele Erwachsene, die sich generell als sehr reflektiert einschätzen, nicht viel mehr zu ihrem eigenen Humor sagen können als: „Ich bin ein humorvoller Mensch“.

Was bedeutet das eigentlich – humorvoll? Haben Sie je etwas von Humorstilen gehört und wenn ja, wie viele es davon gibt? Haben Sie eine Vorstellung davon, was spontanen und ungewollten Humor unterscheidet und – wenn Sie tatsächlich schon so weit fortgeschritten sind –  können Sie eventuell auch die elf Arten des spontanen Humors benennen? Nutzen Sie vielleicht sogar eine spezielle Art von Humor, um sich selbst aus Stimmungstiefs zu manövrieren?

Wenn Sie sich je mit diesen Fragen beschäftigt haben oder sogar die eine oder andere davon beantworten können: WOW! Sie gehören zu einer Minderheit.

Für alle anderen: Ja, Humor lässt sich in all diese Bereiche kategorisieren und einteilen. Ja, Humor ist extrem vielschichtig und keineswegs nur der schlechte Blondinenwitz in der Mittagspause (Das ist er natürlich auch, aber längst nicht nur das).

Humor hat an vielen Stellen seine Berechtigung und Wichtigkeit und hat sogar direkten Einfluss auf Persönlichkeitseigenschaften wie Resilienz, Optimismus, Selbstwirksamkeit und Hoffnung. Nichtzuletzt wirkt Humor auf die Arbeits- und Lebenszufriedenheit sowie das persönliche Wohlbefinden. Sogar Stress und Burnout können durch seinen gezielten Einsatz verringert werden.Humor im Alltag

Humor ist also nicht nur witzig und erheiternd, sondern auch eine Charaktereigenschaft mit Perspektive und laut Rod A. Martin, einem Pionier der Humorforschung, eine eigenständige Copingstrategie zur Bewältigung von Stress im Alltag. Er benennt Humor sogar als das Antidot gegen Unglück. Humor gilt also als wichtige Ressource gegen Negativität im Leben. Sind Lachen und Humor womöglich tatsächlich Medizin in allen Lebenslagen und Bereichen? Oder geht das nun doch zu weit?

Wir finden das nicht und legen sehr viel Wert auf Humor und Freude in unserer Arbeit. Humor hat neben den eben aufgezählten Effekten auch eine selbstaufwertende, also Selbstvertrauen bildende und stärkende Wirkung, die wir gerne nutzen. Und – wenn unsere Sorgen als Erwachsene tatsächlich so groß sind –  hilft Humor auch schon auch mal dabei, sich selbst und seine Umwelt nicht ganz ernst zu nehmen.