I have a dream – oder: Der Traum vom Superteam

27.11.2017

Ich habe einen Traum.

Eines Tages werde ich einem Team von Managern begegnen, die all die einfältigen und stereotypen Vorurteile über Manager und Teams Lügen strafen. Welche Stereotypen ich meine? Na so was wie, Manager sind selbstsüchtige, gierige Typen, die zum eigenen Vorteil keine Kollegen kennen und deren Intelligenz in erster Linie dem Machtinstinkt dient. Die eher nach innen als nach außen kämpfen – und für die die Arbeit nahe an der Droge ist.

Vor meinen Augen sehe ich ein Team von Menschen, die als einzelne bereits einen erfolgreichen Karriere-Weg hinter sich gebracht haben und jetzt in der Verantwortung als Team stehen.

In meinem Traum sind sich diese Menschen ihrer Verantwortung für das Unternehmen ebenso bewusst wie für den eigenen Fanclub und für ihr eigenes Leben. Sie wissen, dass die Balance zwischen diesen Sphären eine dynamische ist. Es gibt keine richtige Balance auf Dauer, sondern nur die immer wiederkehrende Herausforderung der Neu-Justierung.

Diese Menschen sind ambitioniert, was den Anspruch an die eigene Leistung als auch was die Lösungen von unternehmerischen Herausforderungen angeht. Sie geben sich nicht mit halbherzigen Lösungen zufrieden, denken lieber ein zweites Mal nach und fordern sich gegenseitig heraus, die beste Idee auf den Tisch zu bringen.

Sie bilden ein sportliches orientiertes Team – also keineswegs ein Kuschelklub. Jede und jeder steht im Wettbewerb. Jede und jeder weiß um die eigenen Qualitäten – aber eben auch um das, was einem nicht so liegt. Das kann sich gegenseitig ergänzen – und immer öfter tut es das auch.

Die eigenen Stärken zu spielen ist gut und tut gut, das spürt jede/r. Das immer gleiche Ausspielen der immer gleichen Stärken kann allerdings auch nervig sein und nicht zuletzt ist es zu einseitig für die komplexe Welt. Auch Superhelden/innen spüren die Grenze ihrer sagenhaften Fähigkeiten.

Alle haben eine eigenständige Rolle im Team – und allen ist bewusst, dass immer mal wieder andere Mitspieler im Zentrum stehen.

Der Wettbewerb untereinander ist sportlich und fair und wird mit Ambition ausgetragen. Profilierung ist in Ordnung. Es besteht ein Konsens, dass Profilierung durch Einbremsen und Herabsetzen anderer Mitglieder der Team-Performance schadet. Wer sich auf Kosten anderer profiliert verliert an Chancen.

Für die nächsten Karriereoptionen werden die beste Passung von Herausforderungen in der Position einerseits und den individuellen Talenten andererseits gesucht. Nicht der oder die Beste wird gesucht sondern die passende Persönlichkeit.

Diese Teammitglieder sind machtbewusst. Sie wissen, dass zur Gestaltung von Prozessen und Strukturen auch der Einsatz der Rollenmacht gehört, ebenso wie die persönliche Reputation. Sie wissen aber auch, dass der Einsatz von legitimer Macht um so wirkungsvoller ist, je mehr die Initiative durch andere „Machtinhaber“ gestützt und unterstützt wird.

Ihnen ist bewusst, dass Macht und Vertrauen nicht unabhängig voneinander existieren. Die eigene Macht und der eigene Wirkungsgrad werden dann größer, wenn es gelingt die ideelle Unterstützung der anderen zu gewinnen. Daher wird der Wettbewerb um die besten Ideen und die besten Vorhaben auch mit Machtspielen betrieben.

Ihnen ist klar, dass es gilt den, Wettbewerb außerhalb des Teams zu gewinnen.

Intern folgen sie einer win-win-Logik. Dazu gehört der Wille und die Bereitschaft selbst die beste Lösung zu verfolgen und damit zu gewinnen, kombiniert mit dem Blick darauf, was der Partner im Team gewinnen will. Bei näherer Betrachtung stellt sich in der Regel heraus, dass auch in einem Zielkonflikt unterschiedliche Aspekte verfolgt werden, die in einer intelligenten Lösung kombiniert werden können. Nicht der Kompromiss, sondern die intelligente Lösung ist das Ziel.

Und mein Super-Team besteht immer noch aus Menschen, die eben menschlich sind, Fehler machen und sich verrennen können. Die können sich mal anbrüllen und sich gegenseitig für das eigentliche Problem halten. Mein Super-Team weiß aber, dass das eine Sackgasse ist und dass Sackgassen immer zu Lasten der Performance gehen – der eigenen wie der Team-Performance. Also fangen einige an den Weg aus dieser Sackgasse zu suchen und andere fangen an ihnen darin zu folgen und sich gegenseitig zu unterstützen.

Am Ende wird gefeiert – die Ergebnisse, der gemeinsame Prozess und nicht zuletzt auch sich selbst.

Soviel zu meinem Traum!

Wie kommt ein Team dorthin?

  • Die Heldenfiguren in sich selbst entdecken und sie mit den Ecken und Kanten als Möglichkeit annehmen
  • Die Heldenfiguren der anderen zu sehen und schätzen zu lernen
  • Miteinander auf Augenhöhe gehen
  • Den Spaß am Respekt spüren
  • Die innere Unabhängigkeit wahren
  • ….und immer weiter an sich selbst und am Team arbeiten!

Möge die Übung gelingen! (Chinesische Artisten-Weisheit)

Und wenn nicht, dann helfen wir gerne 🙂