Menschlich wirksam – wie die Transaktionsanalyse in der Flüchtlingsarbeit wirkt

12.07.2018

CONTRACT unterstützt seit 2014 den Paritätischen Wohlfahrtsverband Karlsruhe in Kooperation mit KPMG bei seinem Projekt: „Marktplatz für gute Geschäfte – Wirtschaft und Gemeinnützige als Partner“. Der Marktplatz der guten Geschäfte ist ein Forum, bei dem Profit- und Nonprofit-Organisationen zusammenkommen und miteinander teilen – jedoch ohne, dass Geld im Spiel ist.

Die Beo Coaches bei CONTRACT

Aufgrund des Erfolges der vorangegangenen Jahre ging CONTRACT im Jahr 2017 eine Kooperation mit den BeoCoaches des BeoNetzwerks ein. BeoCoaches sind Ehrenamtliche, die benachteiligte Jugendliche – vor allem Schüler und Schülerinnen mit Migrations- und Fluchterfahrung – unter dem Motto Keiner darf verloren gehen“ unterstützen. Da dieses Ehrenamt vom persönlichen Kontakt und Gespräch mit den Schützlingen lebt, bestand diese Kooperation von unserer Seite aus in fachlichen Trainingseinheiten. Dabei wurden Themen wie Kommunikation, Kultur und Konflikt behandelt.

Um ganz ehrlich zu sein, anfangs war ich nicht ganz begeistert davon, den auf dem Marktplatz entstandenen Deal von Contract Seite aus zu begleiten. Erstens konnten die Veranstaltungen nur in den Abendstunden stattfinden und zweitens hatte ich nicht wirklich eine Vorstellung, welche Erwartungen bei einer solchen Kooperation im Raum sein würden.

Was ich letztendlich an den Abenden erlebte, hat mich auf zweierlei Weise extrem überrascht.

Erstens hatte ich eine Gruppe ehemaliger Lehrer erwartet, die ihre Profession nicht hinter sich lassen wollen und daher weiterhin ihre Lehrtätigkeit in einem anderen Rahmen weiterführen (so viel zu meinen eigenen Stereotypen). Die Realität hat mich dann überrascht. Statt einer Gruppe von ausschließlich Pädagogen traf ich auf eine Mischung aus Ärzten, Beratern, IT-Fachleuten, Ingenieuren, Biologen, Verwaltungskräften und vielen weiteren Berufsgruppen, die nicht ihre Profession, sondern ihre Motivation, geflüchtete Menschen zu unterstützen, einte.

Der zweite Punkt ist, dass ich bei der Arbeit mit den BeoCoaches eine Sinnhaftigkeit in meiner Arbeit erlebte und noch erlebe, die ich sonst eher selten so unmittelbar wahrnehme. Sonst geht es oft darum, Systeme zu verbessern, Ressourcen sinnvoll zu nutzen, Menschen weiterzuentwickeln um in profitorientierten Umfeldern besser zu funktionieren. Das Ziel der BeoCoaches war dagegen eher bedingungsloses Empowerment ohne Hintergrundgedanken und ohne einen eigenen oder einen profitgesteuerten Nutzen im Fokus zu haben.

Mit den BeoCoaches ging es für mich daher darum, engagierten Menschen Handwerkszeug wie die Transaktionsanalyse in die Hand zu geben, um einen sinnvollen und nötigen Beitrag für akute Transaktionsanalysegesellschaftsrelevante Themen zu leisten. Die Transaktionsanalyse hilft den Coaches beispielsweise dabei, weg von einer oftmals zwar gut gemeinten, aber überfürsorglichen Haltung gegenüber dem Coachee zu kommen. Ziel ist vielmehr eine Haltung, die die Selbstwirksamkeit und die Selbstverantwortung der benachteiligten Jugendlichen stärkt. Und ihnen somit hilft, selbstbewusst und selbstständig zu werden.

Menschen durch mein Wirken darin zu unterstützten, „menschlich wirksam“ zu sein, fühlt sich neben der sehr positiven Atmosphäre in den Veranstaltungen einfach gut an. Und macht mir dadurch noch mehr Spaß und Lust mit und auf meine Arbeit mit und für Menschen.

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Sollten Sie beim Lesen dieses Blogbeitrags Lust bekommen haben, selbst aktiv zu werden und junge geflüchtete Mitmenschen in ihrem Integrations- und Bildungs-Prozess zu unterstützen, melden Sie sich gerne beim Beo-Netzwerk des Stadtjugendausschuss e.V. Karlsruhe oder unter der Telefonnummer 0721/133 5625 und Informieren sie sich über Ihre Möglichkeit, Initiative zu zeigen.