News to use – Visualisierungen wirken Wunder

03.11.2016

Um es gleich klarzustellen: ich spreche hier von einem ganz normalen Teammeeting oder einer Arbeitsbesprechung, nicht etwa von Prozessvisualisierungen oder von der fast schon künstlerischen Unterstützung von Großgruppenprozessen. Mir geht es darum, in Arbeitsprozessen von Gruppen in überschaubarer Größe Gedankenprozesse für alle sichtbar zu machen.

Besprechungen, in denen viel visualisiert wird, verlaufen zielgerichteter und in der Regel auch konfliktfreier als andere. Visualisierung bündelt die Konzentration, stellt durch einfache Pfeilverbindungen Zusammenhänge dar und – das ist schon fast die hohe Schule – kann durch den Einsatz farbiger Stifte thematische Zusammenhänge verdeutlichen.

Wer am Flipchart steht, muss sich auf den Kern der jeweiligen Aussagen konzentrieren. Er oder sie sollte in der Lage sein, Wiederholungen von Beiträgen zu erkennen und zu kennzeichnen. Das erfordert natürlich etwas Einsatz, jedoch am Ende kommt auch mehr dabei heraus. Es lohnt sich, den Stift zu nehmen und einfach anzufangen!

Was kann visualisiert werden?

  • das Ziel der Besprechung bzw. der TOP
  • die Agenda mit der Zeitstruktur
  • Teil-, Zwischen- oder Endergebnisse
  • offene Fragen, Konfliktpunkte, kontroverse Standpunkte
  • Vorschläge, über die entschieden werden soll, besonders, wenn es mehr als zwei sind
  • die Sammlung von Meinungen, Ideen, Standpunkten, Lösungsvorschlägen, die für das weitere Vorgehen von Bedeutung sind
  • Maßnahmen, Vorhaben, Pläne für die Zeit nach der Sitzung
  • letztlich alles, was aus Sicht der Gruppe oder des Besprechungsleiters/ der Besprechungsleiterin schriftlich oder bildlich festgehalten werden muss, weil es für die Zielerreichung und den Arbeitsprozess nützlich ist.

Sie brauchen ein Flipchart, ausreichend viel Papier und gute Stifte mit breiter schräger Spitze – mehr nicht. Sehr hilfreich ist es, die anderen Teilnehmer in die Mitverantwortung zu ziehen und zu bitten, darauf zu achten, dass die Dinge, die ihnen wichtig sind, auch auf dem Flipchart stehen und dass sie richtig verstanden wurden.

Visualisierung dient der Präzisierung des gemeinsamen Denkprozesses. Das hilft, Missverständnisse zu vermeiden. Alle wissen, an welchem Punkt der Debatte die Gruppe gerade steht. Die Aufmerksamkeit wird konzentriert. Über die ganze Besprechungsdauer hinweg sind die Inhalte einsehbar und damit verfügbar.

Die Protokollerstellung wird erleichtert und nichts wirklich Wichtiges geht verloren!

Birgit Nawrath