Feedback geben im Homeoffice – alles anders als sonst?

„Du rockst es, Birgit!“ – so ein Satz tut gut. Und deshalb finde ich, solche Sätze sollten öfter ausgesprochen werden – genau wie konstruktives Feedback. Eine Realität ist aber, dass genau das im Arbeitskontext zwischen all‘ den anderen To Dos oft in Vergessenheit gerät. Arbeiten im Homeoffice kann da eine zweite Hürde darstellen.

Nach gut vier Wochen im Homeoffice haben wir viele gute Routinen entwickelt und Wege gefunden, miteinander in Kontakt zu bleiben. Aber wenn ich genauer darüber nachdenke, fällt mir auf: Hier wird vor allem der Arbeitsalltag organisiert und im Team miteinander abgestimmt oder auch eine virtuelle Mittagspause zusammen verbracht. Das (Arbeits-)Leben geht weiter, wenn auch auf anderen Wegen als bisher.

Konstruktives Feedback zur gemeinsamen Arbeit zu geben (und auch, sich einfach gegenseitig zu bestärken und ermutigen!), bleibt nach wie vor wichtig. Viele Organisationen haben in den letzten Jahren viel Zeit und Energie dafür aufgewendet, eine Feedback-Kultur zu etablieren. Denn nur so können Arbeitsabläufe stetig angepasst und verbessert werden.

Umso schwieriger kann es sich dann jetzt anfühlen, virtuell Feedback „geben zu müssen“ sowie Rückmeldungen gezielt einzufordern. Ausreden sind da schnell parat: “man kann sich gar nicht richtig in die Augen schauen, ich bekomme ja gar nicht alles mit, was der/die andere tut”, etc. Und ja, es fühlt sich nicht nur anders an, es gilt auch, auf andere Dinge zu achten – eben, weil wir uns anders begegnen als sonst, auf eine andere Art und Weise im Austausch sind.

Abgesehen von den Wahrnehmungskanälen, die im Homeoffice andere sind, als wenn wir uns sehen, kann ich mich dennoch an eine Struktur halten, um hilfreiches Feedback geben zu können:

1. Wahrnehmung (beobachtbares Verhalten)

Was wurde gesagt oder getan – was wurde nicht getan oder nicht gesagt?

Ich habe bemerkt, dass…

… du im letzten Team-Videocall abgelenkt warst und oft parallel am Handy warst…

2. Wirkung

Welche Wirkung oder Effekte hatte es (auf die Aufgabe, den Prozess, das Klima, beteiligte Personen)?

Ich habe den Eindruck, dass…

… du gerade an sehr vielen verschiedenen Projekten arbeitest und du dich daher nicht auf unser Team-Meeting konzentrieren konntest…

3. Wunsch (Aktion)

Was könntest du beibehalten/ mehr machen (motivierend)? Was könntest du anders machen (entwicklungsorientiert)?

Ich würde mir wünschen, dass du…

… bei dem Team-Meeting aufmerksam dabei bist und dass wir – wenn zu viele Aufgaben parallel bei dir liegen – gemeinsam schauen, was wir wie verändern können.