Talentschmiede – hybrides Lernen für die Zukunft

Ein Interview zu den neuen hybriden Talent-Programmen von CONTRACT

Moritz Kern spricht mit der Talent-Programm-Entwicklerin Anna Bidowetz über neue Lernansätze, zukunftsrelevante Kompetenzen und Lernen während und nach der Corona-Zeit.

Ihr baut neue Talent-Programme und Entwicklungsreisen für ganz unterschiedliche Teilnehmer-Gruppen. Wen erreicht ihr damit und was macht diese Programme besonders?
Unsere Talent-Programme richten sich vor allem an Mitarbeiter*innen, die Schlüsselfunktionen für bestimmte Prozesse und Projekte übernehmen, wichtige Key Player im Unternehmen sind, Themenführerschaft oder Führungsaufgaben auf Zeit übernehmen werden. Oder sie sind spezifisch zugeschnitten auf Mitarbeiter*innen, die in absehbarer Zeit disziplinarische Führungsaufgaben übernehmen; das gestalten wir jeweils sehr kundenspezifisch aus.

Was sind denn aus eurer Sicht Fähigkeiten und Kompetenzen, die Talente künftig insbesondere ausbauen sollten?
An erster Stelle steht da: Menschen zusammenhalten!

Menschen zusammenhalten

Warum?
Aus zwei wesentlichen Gründen: Hybrides Arbeiten (im individuellen Mix aus Büroarbeit, remote Arbeiten von zu Hause oder von unterwegs) wird für immer mehr Menschen üblicher. Waren es bisher vor allem internationale Teams in global arbeitenden Unternehmen, die überwiegend virtuell zusammenarbeiteten, so ist hybrides Arbeiten nun im betrieblichen Alltag vieler angekommen. Teambuilding und -bindung, wie auch die individuelle Anbindung an gemeinsame Ziele unter diesen Bedingungen zu ermöglichen, ist in dieser Form sicher eine neue Anforderung.

Zum anderen unterscheiden sich die individuellen Lebensentwürfe innerhalb von Organisationen und selbst innerhalb von Teams mehr und mehr. Dafür brauchen Key Player und angehende Führungskräfte ausgeprägte Integrationsfähigkeiten und besondere Ankopplungsfähigkeiten. Deshalb trainieren wir auch die sozialen Fähigkeiten und Führungskompetenzen, die es für das Miteinander und die gemeinsame Ausrichtung in divers zusammengesetzten, hybrid arbeitenden Teams braucht.

Zukunftsgestaltende Kompetenzen zur Wirkung bringen

Und welche Fähigkeiten und Kompetenzen hältst du darüber hinaus für wesentlich?
Was wir darüber hinaus stärken, sind Fähigkeiten und Kompetenzen, die gebraucht werden, um Aufgaben aktiv mitzugestalten, mit zu entwickeln und sogar selbst zu erfinden. Sich gut und zielorientiert in unklaren Rahmenbedingungen bewegen zu können, ist hierfür eine wichtige Grundlage, die wir im Programm ausbauen und trainieren.  Dazu zählen auch Problem- und Potenzialbewusstsein, eine eigenständige aktive Zukunfts-Priorisierung, das Streben nach Verbesserung und die Definition von eigenen Entwicklungs-Levels. Grundlage dafür ist ein eigens von uns entwickeltes Kompetenzprofil.

Ein weiterer Kompetenzbereich liegt für uns in der aktiven Mitgestaltung der digitalen Transformation.

Digitale Transformation ermöglichen und mitgestalten

Ist das nicht ein ziemliches „Buzzword“?
Dahinter steckt nicht mehr und nicht weniger als die Anforderung, sich fit darin zu machen und mitzugestalten, wie effektiver, effizienter und zufriedenstellender gearbeitet werden kann – eben mit Hilfe digitalisierter und teilweise ganz neu gestalteter Prozesse. Prozessverständnis und Know-how über digitale Werkzeuge entlang von Prozessketten und in Netzwerken sind dazu gewiss erforderlich. Darüber hinaus erfordert es aber auch die Bereitschaft und Fähigkeit, andere in ihren möglichen Schwierigkeiten zu unterstützen und für eine gemeinsame aktive und sinnvolle Ausgestaltung der digitalen Transformation in Produkten, Leistungen und Prozessen zu sorgen.

„Ich habe erkannt, dass ich auch ohne disziplinarische Führungsverantwortung Dinge anstoßen und mitgestalten kann. Mir fällt es nun leichter Verantwortung zu übernehmen und über meinen eigenen Tellerrand zu schauen“ meinte ein Teilnehmer aus einem unserer Talent-Programme.

Individuell zugeschnitten - persönlich und digital unterstützt – gemeinsam und selbstgesteuert

Wie genau sieht denn ein Talent-Programm bei euch aus?
Wir bestimmen sehr genau gemeinsam mit den Kunden und Teilnehmenden, was der/die Einzelne und eine Gruppe von Talenten denn lernen und entwickeln soll. Daraufhin designen wir unsere hybriden Learning Journeys. Letztlich sehen diese für jede/n etwas anders aus, je nach Startpunkt und Entwicklungsschwerpunkten. Gemeinsam kreieren wir eine Entwicklungsreise mit

  • persönlicher Standortbestimmung
  • Phasen von zeitungebundenem, selbstgesteuertem Lernen
  • Sparring-Sessions in der Lerngruppe mit Trainern/innen, die Verarbeitung, Vertiefung und den Transfer des Gelernten ins Tagesgeschäft unterstützen,
  • individuellen Zeiten mit einem Personal Trainer/Coach,
  • Gruppenlernen in Peergroups mit und ohne Supervision. 

Ergänzende Elemente können gemeinsame unternehmerische Projekte in Kleingruppen, Action Learning-Module oder Inspiration Labs sein.

Wirksamkeit, Spaß und ein Feedback

Das hört sich erstmal gut an, aber was kannst du über die Wirksamkeit eurer Programme sagen?
Wir haben in den vergangenen Jahren schon begonnen, digitale Selbstlernprogramme zu entwickeln und haben dafür auch im Januar 2020 ein eigenes Schwesterunternehmen gegründet. Dann kam Corona und wir mussten von einem Tag auf den anderen komplett auf virtuelle Formate umsteigen, konnten es aber eben auch direkt.

Wir haben uns sehr gefreut über die vielen positiven Rückmeldungen, die wir für den besonderen Methodenmix aus Selbstlerneinheiten, virtuellen Online Sessions in der Gruppe und individuellem Coaching unter rein virtuellen Bedingungen bekommen haben. So schätzen es Teilnehmende, z.B. ihr eigenes Tempo und Zeitfenster für die Selbstlerneinheiten bestimmen zu können. Die anschließenden Gruppen-Sessions sind dann sehr intensiv und werden von den Teilnehmenden als sehr wirksam in dieser Kombination erlebt.

Bei alldem ist es uns wichtig, eine persönliche Atmosphäre zu schaffen und auch Spaß beim gemeinsamen Lernen zu haben – obwohl oder gerade weil es online stattfindet. Das entspricht einfach den Qualitätsanforderungen, die wir uns für unsere Leistungen setzen. Und es freut uns natürlich, wenn das auch online gelingt. Insofern können wir die Programme auch wirklich als Corona-approved bezeichnen.

Für einige Themen freuen allerdings die Teilnehmer*innen wie auch wir uns auf die Zeit, in der hybrides Lernen auch wieder Präsenzanteile haben wird. Denn für bestimmte Themen im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung ist das die eindeutig wirksamere Form.

Eine Teilnehmerin hat es gut auf den Punkt gebracht: „Das, was ich für meine neue Rolle jetzt und in der nächsten Zeit brauche, habe ich hier in sehr kurzer Zeit, in einem tollen Methodenmix und mit viel Spaß gelernt. Ich freu mich aber auch, euch alle mal persönlich zu treffen.“

Moritz Kern absolviert eine Ausbildung zum Mediator und studiert Management mit dem Schwerpunkt Organisations- und Personalentwicklung.

Anna Bidowetz ist verantwortlich für kundenspezifische Talent-Programme mit neuen Lernansätzen für hybrides Lernen und Arbeiten bei CONTRACT.