Sideeffects – “Unternehmerisches Handeln” mit Nebenwirkungen

Als Geschäftsführerin darf frau sich auch vom eigenen Unternehmen überraschen lassen. Unternehmen sind eben doch von Menschen gemachte Systeme, die zu nicht linearem Verhalten tendieren.

In den letzten 3 Jahren haben wir uns ausgiebig mit dem Ansatz „Unternehmerisches Handeln“ befasst. In einer Reihe von Kulturprojekten haben wir mit Kunden an der Implementierung gearbeitet. Viele Menschen aus unserem Team waren daran beteiligt und gedanklich damit beschäftigt

Antrieb und Impulse hierfür kommen nicht zuletzt aus unserer eigenen unternehmerischen Kultur, für uns ist sie Teil der CONTRACT – DNA.

Klare Kundenorientierung ist fundamental und bedarf hier kaum noch der Erwähnung. Nach innen gibt eine hohe interne Transparenz jedem jederzeit Einblick in die ökonomische Situation. Wirklich jede/r weiß, wo das Unternehmen steht, wie der Beitrag jedes/r einzelnen aktuell aussieht – und es ist erkennbar, an welchen Baustellen das Management gerade arbeitet. In den monatlichen Team-Meetings steuert die Mannschaft ihre Auslastung in eigener Verantwortung.

An strategischen Diskussionen sind alle Mitarbeiter/innen beteiligt, der überwiegende Teil auch am Unternehmensgewinn. Jede/r hat eine Verantwortung für sich und in begrenztem Maße auch für das Gesamtsystem. Wissen wird vorbehaltlos geteilt. Wir finden das schon sehr unternehmerisch angelegt und sind auch stolz darauf.

Die Auseinandersetzung mit dem Thema in unseren Kundenprojekten hat dennoch unerwartet neuen Schub in unsere internen Diskussionen, Prozesse, unserer eigene Kultur unternehmerischen Handelns gebracht. Ausdruck dafür sind Stellen-Ausschreibungen für Trainees, die wir mit „Jungunternehmer/-in gesucht“ überschrieben haben. Unser internes Auswahl-AC haben wir angepasst – und damit eine Diskussion in den eigenen Reihen ausgelöst. Wie viel an Unternehmerschaft steckt eigentlich in jedem/r einzelnen, woran messe ich das individuell und wie wird das von den Führungskräften wahrgenommen oder gar gefördert?
Was bisher eher implizite Haltung und explizite Gestaltung von Rahmenbedingungen war – wurde konkretes Gespräch. Die persönlichen Chancen, der Umgang mit Restriktionen in der individuellen privaten Welt und das Wechselverhältnis von „was tut das Unternehmen für mich“ und „was tue ich für das Unternehmen“ stehen zur Debatte.

Es sind insbesondere solche Gespräche die uns weiterbringen – die Verständigung über Auffassungen, Hoffnungen und Einschätzungen – getragen von Ehrlichkeit und gegenseitiger Wertschätzung.

Das ist die Sicht der Leitungsebene. „Unsere Jungen“ haben daraufhin begonnen, sich noch aktiver in die Unternehmenssteuerung einzuklinken. Und für unser übliches jährliches Führungskräfte-Feedback haben die Mitarbeiter/-innen uns schon mal angekündigt: „Das machen wir anhand unserer Kriterien für „Unternehmerisches Handeln.“

Ich bin gespannt,…. Nebenwirkungen sind eben nicht ausgeschlossen!

Bettina Demmer